DOPDA KidsCamp 2018

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Eine Kinderfreizeit mit Mehrwert

Im Zeitraum vom 27. bis 31. August fuhren zehn Kinder im Alter von 7 bis 11 Jahren und drei Betreuer aus Heidelberg in das wunderschöne Murgthal im Norden des Schwarzwaldes. Es sollte eine Kinderfreizeit der besonderen Art werden, da Techniken und Wissen aus der traditionellen Taekwon-Do Kampfkunst mit Methoden des DOPDA-Programmes kombiniert wurden.

Traditionelles Taekwon-Do ist eine koreanische Kampfkunst, welche das Ziel hat die Trainierenden über ein körperliches Workout ganzheitlich (Körper und Geist/ Psyche) zu stärken. Dabei werden neben den Techniken und der körperlichen Stärkung unter anderem auch Werte, wie Respekt und Hilfsbereitschaft, mentale Stärke, sowie soziale Integrität vermittelt. Als eine der wenigen Schulen im Rhein-Neckar-Kreis vermittelt das Taekwon-Do Center Heidelberg (www.tkd-hd.de) diese Kampfkunst.

Das DOPDA-Programm kombiniert Bewegungskunst, Psychologie, Pädagogik und Gesundheitswissenschaften mit dem Ziel Menschen ganzheitlich selbstsicher und stark zu machen, um so einen positiven und selbstbestimmten Lebensweg zu fördern. Neben dem Schulprogramm, zu dem auch das KidsCamp gehört (dopda.school) werden auch MitarbeiterInnen und Kunden von Unternehmen gefördert (dopda.business & mindful.courses) und Entspannungs-/Bewegungsräume für Kongresse und Messen eingerichtet (dopda.space).

Die Anreise als Teambuilding-Maßnahme

Bereits die Anreise aus Heidelberg nach Raumünzach im nördlichen Schwarzwald wurde als erste Maßnahme angelegt. Die Kinder verabschiedeten sich bewusst von ihren Eltern und kamen mit der Fahrt der Freizeit mit jeder Minute körperlich und mental näher. Während der gemeinsamen Fahrt konnten sich die zehn Kinder anfangen kennenzulernen. Mit jedem Schritt näher an dem Zielort, zeigte sich die Nervosität der Kinder immer stärker. Als dann der Zielbahnhof erreicht war und sich auf den Weg zum Haus gemacht wurde, waren alle sehr hibbelig und aufgeregt, sodass es schwer viel die Kinder zu beruhigen und geordnet an der Bundesstraße entlang zu führen.

Bereits am Anreisetag wurde das erste Taekwon-Do Training durchgeführt. So konnte überschüssige Energien abgebaut und kanalisiert werden. Hier wurde dann auch schon die erste wichtige Regel für ein gutes Miteinander vermittelt: Wenn sich alle anstrengen und gut mitmachen, wird das Training leichter.

Im Anschluss an das Training gab es vor dem Abendessen noch die Aufgabe ein gemeinsames Regelwerk für das KidsCamp zu erstellen. Die Kinder sollten zunächst paarweise Regeln aufschreiben, von denen sie glaubten, dass sie wichtig seien, dabei sollten sie sich an dem Leitsatz “wir wollen ein cooles Camp haben” orientieren. Die Einfälle wurden dann der Gruppe vorgestellt, gemeinsam besprochen und letztlich abgestimmt, welche Regeln aufgenommen werden sollten. Mit einer Unterschrift konnte jeder dann die Gültigkeit der aufgestellten Regeln unterzeichnen.

Die folgenden drei Tage, die das KidsCamp dauern sollte, wurden in drei Themengebiete unterteilt an denen sich das Programm orientierte:

  1. Achtsames Ich.
  2. Andere stark machen.
  3. Gemeinsam stark sein.

 

Tag 1: Achtsames Ich

Den Einstieg machte das Thema „Achtsames Ich“. Hier wurde das Ziel verfolgt, dass die Kinder sich selbst besser kennenlernen und für ihre Zukunft positiv bestärkt werden. Nach dem Frühtraining, welches um 7:00 Uhr mit einer kurzen Joggingeinheit startete, und dem Frühstück, wurde sich im Gruppenraum getroffen, in welchem dann das Programm stattgefunden hat. Ein Klatschkreis mit verschiedenen Aufgabenstellungen förderte die Aufmerksamkeit und Konzentration. Danach sollte jeder zu sich und seiner eigenen Standfestigkeit finden. Einer der Teilnehmer stellte sich auf einem Bein vor die anderen, welche nun nacheinander versuchen sollten ihn ohne Berührung aus dem Gleichgewicht zu bringen. Es war ein riesiger Spaß und die Kids wurden immer standfester. Bis schließlich die notwendige Grundlage für den nächsten Schritt erreicht war.

Die Kinder bekamen nun die Aufgabe aufzuschreiben, was sie und ihr Dasein (ihre Persönlichkeit) ausmacht. Dabei durften sie völlig frei nachdenken und alles aufschreiben, was ihnen in den Sinn kam. Diese individuelle Sammlung wurde daraufhin den anderen vorgestellt und gemeinsam gruppiert. Bei dem folgenden Schritt, bei welchem den entstandenen Gruppen Themen zugewiesen werden sollten, überraschte dann doch der Einfallsreichtum

:

  • Fertigkeiten, Fähigkeiten, Künste
  • Schule
  • Familie und Freunde
  • Eigenschaften
  • Nationalität und Wohnort
  • Identität
  • Leidenschaft

Nach der eher kopflastigen Arbeit ging es in den naheliegenden Wald, um sich auszutoben und Stöcke für das geplante Stockbrot am Abend zu sammeln. Danach folgte ein kleiner Mittagssnack und anschließend das Mittagsprogramm.

Altersgerecht wurde das „Spielen“ mit Lego angeboten. Es sollten Legomodelle erstellt werden, die eine erlebte Situation oder eine Vision der eigenen Zukunft darstellen. Dabei waren als Grenzen nur die eigene Fantasie und Vorstellungskraft gesetzt. Die Ergebnisse durften vorgestellt werden und zeigten auf beeindruckende Art und Weise wie tiefgehend sich die Kinder bereits in solch einem jungen Alter über ihre Zukunft Gedanken machen. Sie konnten sehr gut erklären, was ihre erstellten Legomodelle darstellten, sowie gut argumentieren, warum sie genau das erbaut haben.

Am Nachmittag gab es ein weiteres Training und anschließend hatten die Kinder Freizeit, welche sie nutzten, um den nahegelegenen Bergfluss “Murg” zu erkunden. Obwohl das Wasser sehr kalt war, warfen sie sich in die Stromschnellen und genossen sichtlich den Umgang mit dem wilden Wasser. Der Höhepunkt des Abends bildete dann das gemeinsame Grillen und backen von Stockbrot. Die angenehme Wärme des Feuers ließ die kühle des Abends verfliegen und die Zeit wie im Fluge vergehen. Als es dann zur Nachtruhe ging, kam vereinzelt Heimweh auf, welchem mit einer Phantasiereise und Geschichten erfolgreich begegnet wurde.

Tag 2: Andere stark machen

Das Programm des zweiten Tages hatte das Ziel den Kindern zu zeigen, wie sie mithilfe von Vorbildern und Mentoren stärker und selbstsicherer werden können. Dabei wurde wieder mit einer Sammlung von Einfällen begonnen. Diesmal sollten Menschen aufgeschrieben werden, die wichtig für das Leben der Kinder sind. Zu wem blicken sie auf? Wem vertrauen sie? Wem streben sie nach?

Auch dieses Mal überraschte die Gruppierung und Benamung der Gruppen positiv. Die Kinder bildeten die Gruppe der Familie, gefolgt von Freunden. Die Menschen, die uns am nächsten sind, haben den größten Einfluss auf uns. Dies gilt insbesondere für Kinder. Als weitere Gruppen wurden Lehrer und berühmte Personen aufgeführt. Das Überraschungsmoment war dann die Reflektiertheit, mit der die Kinder begründeten weshalb sie denken, dass die aufgeschriebenen Menschen wichtig für ihr Leben sind. Zusammengefasst lassen sich die Kategorien so beschreiben:

  • Lehrer: Er ist ein guter Lehrer und kann Dinge gut beibringen
  • Freunde: Weil sie bestimmte Dinge gut können oder ein Wissen haben, welches man selbst gut können und wissen möchte
  • Berühmte Personen: Weil sie bestimmte Fähigkeiten haben, die erstrebenswert sind
  • Familie: Sie bringen einem die eher alltäglichen Dinge bei und unterstützen bei den täglichen Herausforderungen

Nach dem Programm wurde sich direkt auf eine Wanderung in den nächsten Ort begeben, welcher 1,5 Stunden zu Fuß entfernt lag. Im Ort angekommen wurde ein Wasserspielplatz erkundet und die Kinder hatten Zeit sich einmal so richtig auszutoben. Einige haben sich auch hier wieder in das eiskalte Wasser des Flusses “Murg” getraut und sind ein wenig geschwommen. Sie wollten sich eigentlich von den künstlich angelegten Stromschnellen treiben lassen, was leider daran scheiterte, dass sie es sich nicht so ganz zutrauten. Da das Wasser in der Tat sehr schnell und teilweise unberechenbar floss, machten wir keinerlei Anstalten die Jungs zu überreden es doch zu probieren. Sie haben ihre Fähigkeiten sehr gut eingeschätzt und sich nicht gegenseitig herausgefordert – eine sehr gute und umsichtige Gruppenleistung der Kids.

Das Abendprogramm bildete dann das gemeinsame Spielen von Gesellschaftsspielen. Neben Twister und eigenen Spielen der Kinder entwickelte sich schnell das Spiel „Die Werwölfe von Düsterwald“ zum Hit des Abends. Die Kids waren hier mit einer solchen Begeisterung dabei, dass gänzlich die Zeit vergessen wurde. Erst zur Nachtruhe (gegen 22 Uhr) fiel auf, wie schnell die Zeit vergangen war. Also ging es zum Zähneputzen und direkt ins Bett, ohne Geschichte und Meditation. Aber die Kids waren so geschafft vom Tag, dass das Einschlafen keinerlei Probleme bereitete.

Tag 3: Gemeinsam stark sein

Nach dem üblichen Frühsport (Joggen und Taekwon-Do Training) und dem gemütlichen Frühstück, sollte das Ziel des Programmes am dritten Tag sein aus der Gruppe eine Einheit, ein Team zu machen. Die Kinder sollten erfahren, welche Stärken und positiven Aspekte es mit sich bringen, wenn man als Team an einem Strang zieht und sich gegenseitig unterstützt.

Es standen diverse Teambuilding-Spiele auf der Tagesordnung:

  • Den Beginn machte ein Spiel, bei dem die Kinder ohne Absprache bis 21 zählen mussten. Die Zahlen mussten der Reihenfolge nach aufgezählt werden, ohne dass eine Zahl doppelt genannt wird. Dabei mussten sie sich sehr genau beobachten, um herauszufinden wer die nächste Zahl sagen könnte.
  • Danach mussten alle auf einem Tuch stehen, welches sie wenden mussten, ohne dass einer den Boden berührt. Hier gab es verschiedene Schwierigkeitsstufen und Aufgabenstellungen (z.B. die Gruppe durfte einen Beobachter festlegen, welcher von außen Kommandos gab). Nach dem Spiel wurde reflektiert und überlegt warum es das eine Mal geklappt hat oder das andere Mal eben nicht. Dabei wurde schnell klar, wie wichtig die Rolle einer Person in der Gruppe ist, welcher die Verantwortung und Führung zugesprochen wird.
  • Das dritte Spiel bildete der „Gordische Knoten“. Hierbei fassten sich die Kids spontan und blind an der Hand und mussten dann gemeinsam das so entstandenen Chaos entknoten, ohne sich loszulassen.
  • Beim gemeinsamen Ablegen eines Stockes sollte dann klar werden, wie wichtig es ist, dass alle an einem Strang ziehen und welche zentrale Rolle einem Teamanführer zugedacht wird. Nachdem sich die Kinder in den vorangegangenen Spielen aufeinander eingestellt hatten, klappte dieses Spiel besonders schnell und gut.
  • Den Abschluss des Vormittagsprogrammes bildete das Spiel „Dirigent“. Hierbei saßen die Kinder im Kreis und mussten möglichst unauffällig die Bewegungen, eines zuvor bestimmten Dirigenten, nachmachen. Ein nicht eingeweihter Teilnehmer musste infolgedessen herausfinden wer der Dirigent ist. Hier geht es also um eine genaue Beobachtung der Gruppe.

Nach dem Mittagessen ging es dann bei der Camp-Herausforderung darum gemeinsam eine Brücke zu bauen, um den Bergfluss “Murg” trockenen Fußes zu überqueren. Dafür ging es  zum Fluss und ein Brainstorming über die zu erledigenden Schritte wurde gestartet: 1) eine geeignete Stelle finden, 2) ein geeignetes Aussehen der Brücke festlegen, 3) eine Skizze anfertigen, 4) das benötigte Material auflisten, 5) das Material besorgen und 6) die Brücke aufbauen.

Leider hielten sich die Kinder nicht wirklich an die selbst ausgearbeitete Strategie. Einige begannen mit der Suche nach einer geeigneten Stelle. Andere begannen eine Steinstraße zu errichten, hatten aber nicht mit der starken Strömung gerechnet, welche die Steine fortbewegte. Nach gut zwei-drittel musste dann die Herausforderung abgebrochen werden. Stattdessen ging es in den Aufenthaltsraum und eine Analyse wurde begonnen, warum die Gruppenaufgabe nicht erfolgreich verlaufen ist. Auf zwei verschiedenfarbigen Zetteln sollten zunächst Punkte gesammelt werden, zu positiven oder negativen Aspekten der Zusammenarbeit. Nach der Gruppierung der Zettel gaben die Betreuer ihr Feedback, was falsch gelaufen ist, aber auch was gut war..

Auch dieser Abend sollte mit einer ausgiebigen Runde des Spieles “Werwölfe” enden, bei der die Zeit wieder vergessen wurde. Es sollte wieder direkt ins Bett gehen. Dank ergiebigem Bitten und Flehen gelang es den Kindern dann aber noch eine Meditation zu ergattern, welche die Meisten ins Land der Träume führte.

Resümee

Das erste DOPDA & Taekwon-Do KidsCamp im Jahr 2018 war ein voller Erfolg. Wir sind mit zehn Kindern in eine sehr schöne Gegend gefahren, die zum Herumtoben und ausgelassenen Spaß haben einlud. Das Taekwon-Do Training und DOPDA Rahmenprogramm ist bei den Kindern sehr gut angekommen. Sie haben sich auf die Aufgaben eingelassen und damit gezeigt, dass unsere Idee mit Kindern für ein paar Tage an deren Selbstsicherheit zu arbeiten, funktioniert. Die Kinder haben sich selbst kennengelernt, herausgefunden auf wen sie sich verlassen können und wo sie sich Hilfe holen können und letztlich die große Stärke der Gruppe gespürt.

Wir wollen das KidsCamp in 2019 in erweiterter Form fortsetzen und beginnen direkt mit der Planung. Das Alter werden wir auf 9-13 Jahre anpassen, wir werden neben dem Taekwon-Do auch andere Bewegungskünste (z.B. Yoga) als alternative Trainingseinheiten aufnehmen und werden es für mehr als zehn Kinder öffnen.

  • Haben Sie Fragen, Anregungen oder wollen Sie ebenfalls ein DOPDA KidsCamp organisieren, wenden Sie sich bitte an Björn (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 0173/3604344).
  • Weitere Informationen zum traditionellen Taekwon-Do und dem Taekwon-Do Center Heidelberg unter www.tkd-hd.de.
  • Weitere Informationen gibt es auch zu DOPDA (www.dopda.de), unserem Schulprogramm (dopda.school) unserer Förderung von Mitarbeitern und Kunden von Unternehmen (dopda.business & mindful.courses) und unserer Einrichtung von Entspannungs-/Bewegungsräume für Kongresse und Messen (dopda.space)

Ein paar Eindrücke der Freizeit

Weitere Bilder...

Über DOPDA

DOPDA verbindet moderne Erkenntnisse aus der Psychologie, der Pädagogik und den Gesundheitswissenschaften mit alten asiatischen Bewegungskünsten. Wir haben damit ein Angebot geschaffen, welches Menschen jeden alters hilft, den Herausforderungen der heutigen Zeit zu begegnen.

Wörtlich aus dem koreanischen übersetzt heist DOPDA "helfen/unterstützen". Damit spiegelt es den Kern unseres Programms wieder.

Beteiligte Einrichtungen

DOPDA ist ein Programm der gemeinnützigen Pranado gGmbH

Kontakt

Dr. Björn Pospiech
bjoern@dopda.de
Mobil: 0173 / 360 43 44

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